Dienstag, 7. August 2012

Ungeduld von Stefan Zweig

"Festspiele Reichenau, Foto: Carlos de Mello"
Stefan Zweig
„Ungeduld“
Neue Bühnenfassung von Stefan Slupetzky
Uraufführung bei den Festspielen in Reichenau gesehen am 28.7.2012 
Unsere Bewertung * na ja geht so

Vieles geht uns nicht schnell genug, wir wollen nicht warten – sind ungeduldig. Schon alltägliche, nebensächliche Situationen verärgern, verursachen Anspannung und Ungeduld, wie viel mehr erst, wenn die erhoffte Heilung einer Krankheit nicht vorangeht.
Stefan Zweig thematisiert in seinem bekanntesten Roman die „Ungeduld des Herzens“ und meint damit das sentimentale, schwachmütige Mitleid, das man fremdem Unglück entgegenbringt. Kein ehrliches Mit-leiden, sondern vielmehr instinktive Abwehr des fremden Leidens von der eigenen Seele, eine ungeduldige Flucht vor der Ergriffenheit für andere Schicksale.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Kobersdorf 2012













Schloss Spiele Kobersdorf 2012: "Was ihr wollt" von William Shakespeare gesehen am 3.7.2012 ***
Was passiert, wenn die Gefühle mit uns anstellen, wozu sie Lust haben? 
Im verwechslungsreichen Spiel von Was ihr wollt treibt William Shakespeare 
diese Vorstellung mit Irrwitz und Tiefsinn auf die Spitze. Aus Sehnsucht, Herzschmerz,
Spott und Bosheit wird ein komödiantischer Cocktail mit einem ordentlichen Schuss 
Musik und Gesang gemixt. In der Textfassung und Inszenierung von 
Werner Prinz ist bei den Schloss-Spielen Kobersdorf in der Saison 2012 
abermals ein Shakespearesches Chaos der Emotionen zu erleben, das die Figuren 
zwischen Verzweiflung und Vergnügen, zwischen Verlangen und Wahnsinn taumeln lässt. 

W.E.














W.E. Drama, Liebesfilm. GB 2011 gesehen am 2.7.2012 ***
Ein Pflichtfilm für alle die The Kings speech gesehen haben
Regie: Madonna
Mit: Abbie Cornish, Oscar Isaac, Andrea Riseborough, James D'Arcy
Die junge Wally (Abbie Cornish) lebt in Überfluss und Unglück: Ihr Ehemann ist ein wohlhabender Arzt, der sie nicht liebt. Wally flüchtet sich in stylishe Tagträume von der unsterblichen Love Story von Edward VIII, der für seine große Liebe auf den Thron verzichtet hat.

Jux

Nestroys Einen Jux will er sich machen gesehen am 27.6.2012 Rothmühle Schwechat ***

Jubiläum in Schwechat: Seit 40 Jahren serviert Regisseur und Intendant Peter Gruber im Schlosshof der Rothmühle Nestroy-Spezialitäten. Individuell ist seine Zubereitung: Geschmackiges wird noch schärfer, Mildes bekommt Biteraromen, gewürzt wird kräftig
So auch beim heurigen „Jux“, den sich Handlungsgehilfe Weinberl machen will, um wenigstens einmal der Tristesse seines Arbeitskellers zu entgehen. Mit Scharfblick macht Gruber das sozio-ökonomische Unterfutter der pointensicheren Komödienoberfläche deutlich: Da entsolidarisiert sich gerade eine Gesellschaft im Umbruch; was wirtschaftliche Abhängigkeiten und prekäre Arbeitsverhältnisse betrifft, sind Prallelen zum Heute frappant – aktuell, nicht aktualisiert.
Nora Scheidls Bühne schafft dafür eine klaustrophobische Welt aus Plastiksteigen, die ihre labyrinthischen Strukturen blitzschnell den Entwicklungen anpassen. Franz Steiner lässt such der Tragik der Weinberlschen Ausweglosigkeit adäquaten Spielraum. Auch sonst wird sehr gut gespielt.
Barbara Palffy


Dienstag, 15. Mai 2012

La Délicatesse


La Délicatesse  Frankreich 2011 *** gut - gesehen Urania wie immer aus Reihe 10 am 13.5.2012

Darsteller: Audrey Tautou, Audrey Fleurot, François Damiens, Bruno Todeschini, Pio Marmaï

François kommt bei einem Unfall ums Leben und Nathalies perfekte Welt bricht zusammen. Sie stürzt sich die nächsten Jahre in ihre Arbeit, verschließt sich ihrer Umwelt, versucht, über ihren Verlust hinwegzukommen. Bis sie eines Tages aus heiterem Himmel ausgerechnet dem unscheinbarsten Mitarbeiter ihres Teams um den Hals fällt und ihn leidenschaftlich küsst. Markus, der nicht weiß, wie ihm geschieht, verliebt sich Hals über Kopf in seine Chefin. Als die von dem Kuss nichts mehr wissen will, beschließt Markus, ihr so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen – um sich zu schützen. Das wiederum lässt Nathalie nicht zu, denn sie fühlt, dass Markus auf dem besten Weg ist, ihr Herz zu erobern. Doch das ungleiche Paar hat so einige Hindernisse im Kollegenund Freundeskreis zu überwinden. Um ihrer ungewöhnlichen Liebe eine Chance zu geben, bleibt ihnen nur die Flucht – zurück in die Vergangenheit, und damit nach vorn ...

Red Bull Paper Wings

 
Red Bull Paper Wings in Salzburg - besucht am 5.5.2012
  
249 Papierflieger aus 83 Ländern waren beim Weltfinale von Red Bull Paper Wings im Salzburger Hangar-7 unterwegs. Drei Weltmeistertitel in den Disziplinen Longest Distance, Longest Airtime und Aerobatics wurden dabei vergeben. Als bester Österreicher landet Ulrich Tesarik auf den 7. Platz in der Longest Airtime Kategorie 



Generation 21

Generation 21 Landesgalerie Burgenland ** besuchten wir am 3.5.2012

Sechs Künstlerfamilien mit Neumarkter Wurzeln
Ausstellung | Landesgalerie Burgenland | 4. Mai – 28. Juni

Zur Ausstellung
Die Geschichte des Künstlerdorfes Neumarkt an der Raab nahm 1968 seinen Anfang, als das Daxhaus als
Atelierhaus seiner neuen Bestimmung übergeben wurde. Dank Alfred Schmeller, 20erhaus-Direktor, und Feri
Zotter, Direktor der Landesgalerie in Eisenstadt, konnte das Künstlerdorf zu einem Hauptschauplatz
österreichischen Kulturschaffens avancieren. Peter Handke verfasste hier 1968 seine „Angst des Tormanns
beim Elfmeter“, Wim Wenders verfilmte den Stoff 1971 an den Originalschauplätzen. Peter Turrini und
Wilhelm Pevny erarbeiteten hier die Alpensaga, Paul Kont und Giuseppe Sinopoli komponierten dort, während
die „Lord-Jim-Loge“ nach Belieben feierte. Das Konzept der ersten 20erhaus-Ausstellung unter Alfred
Schmeller, „Live“ von Hausrucker & Co, entstand ebenso in Neumarkt wie die Eröffnungsausstellung für das
Centre Pompidou, übrigens mit einem Eröffnungskonzert des Neumarkters Giuseppe Sinopoli.
Die Ausstellung der Künstler-Eltern und Künstler-Kinder von Neumarkt beinhaltet Werke aus den Bereichen
Fotografie, Objekte, Malerei, Graphik, Installation, Design, Film und Literatur. Sie steht somit in bester
Tradition des Künstlerdorfes, möglichst nach allen Kunstrichtungen und –techniken offen zu sein.
Gruppenausstellung mit Arbeiten von:
Elfie Semotan, Kurt Kocherscheidt, Martin Kippenberger, Ivo und August Kocherscheidt, Christine Elefant-Kedl,
Rudolf und Talos Kedl, Paolo, Nora, Oliver, Daniel und Max Piva, Heinz und Paul Leitner, Susanne Lacomb-
Sengl, Peter und Deborah Sengl, sowie mit Filmen von Emily Artmann über ihren Vater H.C. und ihre Mutter
Rosa Pock-Artmann.
Kuratorin: Petra Schmögner